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Erzgebirgische Holzkunst

Schwibbogen, Weihnachtspyramide, Nussknacker & Co.

Die “Erzgebirgische Holzkunst” ist weit über die Grenzen Deutschlands bekannt. Aber vor allem in Sachsen, wenn der erste Schnee fällt, die Fenster hell erleuchten, zuckersüßer Keksduft die Wohnung erfüllt, und die wunderbare Adventszeit endlich da ist, gehört der Schwibbogen im Fenster einfach dazu.

Im Erzgebirge sind schon Wochen vor dem Weihnachtsfest zahlreiche Bräuche im Gange. Zur bedeutendsten Tradition zählt das alljährliche Mannle Wecken vor dem ersten Advent. Dabei werden Schwibbögen, Weihnachtspyramiden, Nussknacker, Räuchermännchen oder die eine oder andere erzgebirgische Holzkunst aus der Kiste geholt, um damit die Fenster und Wohnung zu dekorieren.

Aber warum sieht ein Schwibbogen so aus, wie er aussieht? Wer hat die Weihnachtspyramide ins Erzgebirge gebracht? Wer hat die Räuchermännchen erfunden oder was wäre die erzgebirgische Holzkunst ohne ihren Nussknacker?

Erzgebirgische Holzkunst – Schwibbogen – Schmückender Lichterbogen

Der Schwibbogen hat seinen Ursprung aus dem Erzgebirge. Anfangs war er kein Symbol der Weihnachtszeit, sondern stellte zur damaligen Zeit die Situation dar. Die Menschen stellten die leuchtenden Schwibbögen an die Fenster, um die Bergmänner auf ihrem Arbeitsweg mit dem warmen Glanz des Lichtes zu erfreuen und dass sie auch im Dunkeln den Weg nach Hause fanden. Auch heute noch wird an dieser Tradition festgehalten. Wer zur Weihnachtszeit durch die Städte und Dörfer des Erzgebirges schlendert bzw. fährt, wird einem in ungezählten Fenstern oder sogar übermannsgroß auf öffentlichen Plätzen ein Schwibbogen im festlichen Lichterglanz begegnen.

Das Wort Schwibb stammt aus dem Bereich der Architektur. Er bezeichnet Bauelemente die ein bogenförmiges Strebewerk bilden. Für die Entstehung der Form gibt es die unterschiedlichsten Überlieferungen: Im Halbrund kann der Schwibbogen das Mundloch eines Stollens darstellen oder er symbolisiert den Himmelsbogen wegen der vorwiegend christlichen Motive.

Übrigens: Der älteste Schwibbogen bzw. schmückender Lichterbogen soll um 1726 vom Bergschmied Johann Teller aus Johanngeorgenstadt aus Metall entstanden sein.

Weihnachtspyramiden mit ihren fantasiereichen Geschichten

Die ein- und mehrstöckigen Weihnachtspyramide leuchtet hell, dreht sich um sich und bringt nicht nur Kinderaugen zum Leuchten. Ihre Basis ist eine vier- bis achteckige Grundplatte aus Holz und im Inneren befinden sich geschnitzte oder gedrechselte Figuren. Durch das Aufsteigen der Kerzenwärme wird das Flügelrad angetrieben und die Pyramide in Bewegung versetzt – somit kann die Faszination beginnen.

Die Weihnachtspyramiden haben ihren Ursprung aus dem 18. Jahrhundert. Zunächst waren die Pyramiden Einzelstücke, die in den Spielzeugmacher-Familien im Erzgebirge entstanden sind und in der Adventszeit die eigene Stube weihnachtlich schmückten. Ihren großen Durchbruch erlebte die Weihnachtspyramide mit der Entdeckung des Paraffins und der Massenfertigung von Kerzen. Mit ihnen war endlich ein günstiger Antrieb gefunden.

Nussknacker – Erzgebirgische Holzkunst

Beim Wort Nussknacker denken die viele von uns zuerst an ein Werkzeug, mit dem sich Nüsse knacken lassen. Menschen aus dem Erzgebirge und Fans der erzgebirgischen Holzkunst bringen mit dem Begriff eine große Holzfigur in Verbindung, die in der Adventzeit zur Dekoration verwendet wird.

Seiffener Volkskunst Nussknacker Husar 28 cm (rot)
  • Ursprung: Hergestellt in Deutschland

Ein Nussknacker aus dem Erzgebirge besteht aus Holz. Seine Zähne lassen sich zwar öffnen und schließen, allerdings eignet er sich nicht zum Knacken von Nüssen. Vielmehr wird er als Dekorationsobjekt und als Spielzeug verwenden.

Erzgebirgische Nussknacker wie auch andere Holzfiguren sind weltweit bekannt und insbesondre bei Sammlern sehr begehrt. Man kann die Nussknacker in drei Gruppen einteilen: Die Miniatur-Nussknacker mit ihren 10 – 16 Zentimeter, die großen Nussknacker mit einer Höhe von 20 – 50 Zentimetern und die Olbernhauer Reiterlein-Nussknacker.

Der heute weltberühmte Seiffener Nussknacker entstand der Überlieferung nach um 1870 in der kleinen Werkstatt von Wilhelm Füchtners. Er stellte die Holzfigur nach dem Vorbild eines Bilderbuches her: „König Nussknacker und der arme Reinhold“ von Dr. Heinrich Hoffmann.

Erzgebirgische Holzkunst – Räuchermännchen oder im Volksmund “Raachermannel”

Wenn in der Adventszeit ein Wohlgeruch den Raum erfüllt, dann ist es dem erzgebirgischen Raachermannel zu verdanken. Doch Räuchermännchen können nicht nur in der Adventszeit genutzt werden, sondern den ganzen Winter hindurch, um für eine heimelige Stimmung zu sorgen.

Die Räuchermännchen sind ein fester Bestandteil der Holzkunst aus dem Erzgebirge. Wann jedoch die Figur hergestellt wurde ist nicht genau belegt. So sollen um 1850 in Seiffen in den Händen von Ferdinand Frohs und Friedrich Haustein die ersten gedrechselten Räuchermänner entstanden sein.

Drechselwerkstatt Uhlig R?ucherm?nnchen Waldwichtel Wanderer, Natural – 25cm – Original Erzgebirge R?uchermann
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Räuchermännchen gibt es in den verschiedensten Varianten, Formen und Größen. Am meisten verbreitet sind die Raachermannel die als Vorbild Berufe der Region haben. Egal ob Nachtwächter, Spielzeugmacher, Pfeifenraucher oder Bergmann, das echte erzgebirgische Räuchermännchen hat viele Gesichter. Verwendet wird heimisches Holz und sind fast ausnahmslos gedrechselt und handbemalt. Die erzgebirgische Holzkunst besteht aus einem unteren Teil, auf das die Räucherkerze gestellt wird und dem oberen, ausgehölten Körper durch welche der Qualm aus einer kleinen Öffnung aufsteigt.

Fazit: Erzgebirgische Holzkunst egal ob Schwibbogen, Weihnachtspyramide, Nussknacker & Co. sind mehr als nur Dekorationsstücke. Sie sind gelebte Tradition und Symbol für Gemütlichkeit, Wärme und Zusammenkommen in der besinnlichen Vorweihnachtszeit. Lassen Sie sich von der einzigartigen Atmosphäre verzaubern und tauchen Sie ein in die Welt der erzgebirgischen Holzkunst.